Kritische Bewertung
Der Führungsstil ist stark leistungs-, kontroll- und hierarchieorientiert. Positiv sind die klare Ergebnisorientierung, der Wunsch nach einheitlichen Abläufen und die Bereitschaft, operative Aufgaben teilweise selbst zu übernehmen. Im täglichen Umgang fehlt es jedoch häufig an Wertschätzung, Vertrauen und einer offenen Kommunikation auf Augenhöhe. Entscheidungen – etwa zu Präsenzzeiten oder zur Arbeitsorganisation – werden trotz zuvor funktionierender Regelungen weitgehend von oben vorgegeben. Dabei entsteht teilweise der Eindruck, dass Anwesenheit und messbare Ticketzahlen höher bewertet werden als tatsächliche Arbeitsergebnisse, Qualität und individuelle Rahmenbedingungen. Kritik wird nach meiner Erfahrung nicht immer konkret und lösungsorientiert geäußert. Statt nachvollziehbarer Beispiele werden mitunter allgemein die Arbeitsleistung oder Kompetenz infrage gestellt. In Konfliktgesprächen wird teilweise auf die Vorgesetztenrolle verwiesen oder eine Sprache verwendet, die als Druck oder Drohung verstanden werden kann. Aussagen wie, eine Situation könne für einen Mitarbeiter „hässlich werden“, halte ich in einem professionellen Arbeitsverhältnis für unangemessen. Insgesamt würde der Führungsstil deutlich gewinnen, wenn Ziele realistisch vereinbart, Kritik mit konkreten Beispielen belegt und Veränderungen frühzeitig gemeinsam besprochen würden. Mehr Anerkennung, Verlässlichkeit und psychologische Sicherheit würden Motivation und Zusammenarbeit verbessern.